Lesermeinungen Pro Bahn

Pro_bahn

Problem Stosszeiten
Die Busse müssten viel öfter fahren um die jetzigen Stosszeiten abzudecken. Es fehlt die Frage, ob man bis anhin ÖV-Benutzer war... All die Autofahrer in Teufen möchten sicher Busbetrieb, da es weniger Wartezeiten gibt. Heidi Meer

Oberleitungen
ÖV mit Bus wäre effizienter, kostengünstiger und nicht zuletzt unfallfreier. Nur fragt sich, wie langfristig die Treibstoffversorgung noch gewährleistet ist. Elektrische Traktion (Trolleybus) wäre zwar eine Substitution (weg von der Erdöl-Abhängigkeit). Aber die unschöne Beeinträchtigung der Ortskerne durch noch umfangreichere Oberleitungen als bis anhing würde wohl von der Mehrheit der Bevölkerung nicht akzeptiert. Ernst R. Hieronymi

Oberflächliche Umfrage fehl am Platz
Wenn man sich in den letzten Jahren mit den Themen und Entwicklungen betreffend ÖV in Teufen befasst hat und selber ÖV benutzt, wird klar, dass eine derart oberflächliche Umfrage zum jetzigen Zeitpunkt fehl am Platz ist. Jetzt, wo eine Alternative zur Doppelspur ausgearbeitet wird, jetzt, wo die Bahn und die Bevölkerung auf einen Konsens hinsteuern! Zudem baut die Umfrage auf den einseitigen Interessen von Herrn Schreier auf. Brigitta Spälti

Lichtsignal
Unabhängig von der Realisierung Doppelspur müsste die gefährliche Situation bei der Verzweigung Ebni-Dorf-Speicherstrasse durch eine Lichtsignalanlage entschärft werdden. 

Ruth und Herbert Rechsteiner


Ärger über Busbetrieb
Ein Busbetrieb ist ein Blödsinn. Ich ärgere mich schon immer am frühen Morgen oder am späteren Abend, wenn der Bus verkehrt, weil:

 

 

  • Bus ist eng, unbequen, unpraktisch (v.a. mit Gepäck, Einkäufen)
  • Einige Busfahrer fahren wie die „Henker“, so dass einem fast schlecht wird.
  • Der Bus hat nur eine Klasse (2. Klasse9. Ich fahre extra 1. Klasse, damit ich all den Halbstarken, den Halbschlauen und Säufern ausweichen kann. Wie soll diese Klasse ersetzt werden?
  • In Niederteufen ist man auf den ÖV angewiesen, da man hier nicht einkaufen kann. Im Bus ist das Gedränge jeweils sehr gross.
  • Was passiert mit Reisegruppen?

Umweltschutz
Vom Umweltschutz und Tourismus her muss die Bahn bleiben! Claire Fuchs

Nachhaltigkeit
Es gibt in der heutigen Zeit nur den Schienenverkehr, um das Verkehrschaos in den Städten und Agglomerationen einzudämmen. Nachhaltig ist nur, in die Schiene zu investieren.


Mehr Komfort

Die Bahn bietet mehr Komfort, man kann mehr Gepäck mitführen, sich gut und ungestört unterhalten. Der Gestank ist im Bahnabteil geringer, dafür ist die Bewegungsfreiheit grösser als im Bus. Bahnfahrten sind weniger lärmbelastend und bedeutend umweltfreundlicher. Zudem funktioniert die Abfallordnung. Fehlbare kann man besser ermitteln, ertappen, beobachten, etc. Jakob Niederer

Doppeltunnel statt Doppelspurbahn
Die Umstellung des Bahn- auf Busbetrieb wäre meines Erachtens eine Torheit! Ich bin der wohl nicht ganz abwegigen Meinung, dass der gut funktionierende Bahnbetrieb beibehalten werden sollte. Mein Vorschlag: Für den Abschnitt St. Gallen – Wattstrasse (Kantonsgrenze) ein Doppeltunnel für Strasse und Bahn. Ähnlich  wie es zum Beispiel über den Oberalppass und anderswo bestens funktioniert und dabei finanziell absolut realisierbar wäre  (Kosten aufteilen zwischen Bund und Kantone St. Gallen und Appenzell Ausserrhoden).  So könnte der Doppeltunnel den Autobahnverkehr und den städtischen Lokalverkehr übernehmen. Dadurch wäre auch der Einsatz von leichterem Rollmaterial der AB möglich. Sehr wichtig wäre dadurch wohl auch die Entlastung der Teufenerstrasse.

Wie dem auch sei: Mached s’Bescht! Au wenn’s ä paar Rappe mehr choscht! 
 

Arthur Gächter, ehm. Reiseleiter


Auseinandergerissen, was zusammen gehört?

In der Tüüfner Poscht Nr 6/2010 werden die Probleme der Appenzeller Bahn auf der Strecke St. Gallen – Teufen – Gais – Appenzell / Altstätten ausführlich beleuchtet. Dieser Nummer lag ein Umfragebogen „Bahn oder Bus“ bei. Natürlich ist es wichtig zu erfahren, was die Teufner Bevölkerung zu den Plänen der Bahn zu sagen hat. Doch führt die fragliche Überlandsstrecke der Bahn weiter nach Bühler, Gais, Appenzell und diese Bevölkerung ist genauso betroffen, wird aber hier nicht gefragt. Dennoch danke ich im Namen vieler Betroffener für die Meinungsumfrage und die Möglichkeit, sich zu äussern.

Leider bin ich jetzt durch den frühen Tod von Chefredaktor Gäbi Lutz sehr traurig geworden. Gäbi war ein lieber Mensch und immer gesprächsbereit. Diese Gesprächsbereitschaft fehlt heute vielerorts und auf die Basis der Bevölkerung wird immer seltener gehört. Deshalb hat Gäbi Lutz sehr grossen Dank verdient. Denn das Thema „Bahn oder Bus“ löste bereits in den 1970er Jahren hitzige Diskussionen aus.

Über drei Jahrzehnte wurde die ehemalige SGA zu einer modernen, leistungsfähigen und verlässlichen Überlandbahn ausgebaut. Das Rollmaterial wurde laufend erneuert und das Trasse, mit Ausnahme von ca. 250 Metern im Dorfkern von Teufen, strikt von der Strasse getrennt. Ebenso wurden die meisten Bahnübergänge bereits saniert. So dient die Appenzeller Bahn mit höchster Kundenzufriedenheit ihrem ursprünglichem Zweck, nämlich das Appenzellerland mit dem Verkehrsknotenpunkt St. Gallen zu verbinden. Nicht zu vergessen der Ausflugsverkehr ins Naherholungsgebiet Alpstein mit seinem reichen Wander- und Skiangebot. Dabei konnten verschiedene, einmalig schöne Streckenabschnitte erhalten werden: Sammelplatz-Appenzell, Mendle, Gais-Altstätten sowie die Ortsdurchfahrten durch die typischen Appenzeller Dörfer. Sogar eine echte Sensation gehört zum Streckennetz, nämlich die engste Zahnradkurve Europas in der Ruckhalde, welche in den Jahren 1986-89 für leichte Dampflokomotiven genial angelegt wurde und noch heute sogar die schweren, modernen Triebwagen trägt. Dieses Trasse wäre es wert, als Weltkulturerbe in das Register der UNESCO aufgenommen zu werden.

In den Agglomerationen ist der Individualverkehr sehr gross und wird noch zunehmen. Dadurch werden die Wohngebiete in den Quartieren belastet. Um diese wieder angenehmer zu gestalten, müssen die staatlichen Mittel sowohl den öffentlichen Verkehr, wie auch den Individualverkehr berücksichtigen. Für eine zukunftsweisende Lösung in unserer Region seien folgende Massnahmen als Beispiel angefügt:

 

 

  • Strassentunnel von der Liebegg zur Autobahn als Entlastung des Riethüsli vom Autoverkehr unter Beibehaltung der Bahn als ÖV-Angebot.

  • Weiterführung des jetzigen Bahnbetriebs der SGA als Überlandbahn im Halbstundentakt mit Unterstützung durch öffentliche Mittel. Für die Durchmesserlinie besteht kein Kundenbedarf und kann deshalb ersatzlos eingespart werden. Bei gutem Unterhalt fährt das Rollmaterial noch weitere 20 Jahre.

  • Zur Verbesserung der Durchfahr im Dorfkern Teufen wurde ein sogenannter Beirat eingesetzt, welcher Alternativen zur Doppelspur studiert.

  • Der zu erwartende Pendlerstrom kann mit dem jetzigen Bahnsystem gut bewältigt werden (Fahrplanverdichtung zu Spitzenzeiten, sonst Halbstundentakt)

  • Teure Verkehrslösungen müssen der gesamten Bevölkerung dienen.

Die grossen Anstrengungen des vie zu früh verstorbenen Gäbi Lutz waren immer die Meinung der breiten Bevölkerung zu erforschen. Diese Bemühungen seien an dieser Stelle ganz speziell gewürdigt und verdankt. 

Johannes Enz


Vergleich zwischen Bahn und Bus
Als regelmässige Benutzerin der Öffentlichen Verkehrsmittel, Bahn Teufen - St. Gallen sowie Bus in St.Gallen möchte ich folgende Gegenüberstellung Bahn - Bus abgeben.

 

 

Bahn

Bus

Bahninfrastruktur mit Trasse usw. vorhanden, Erneuerung des Rollmaterials auf den neuesten Stand erforderlich. Leichtfahrzeuge schnell, klimatisiert, ruhig, umweltschonend, z.B. Stadler Rail (Herstellung in der Schweiz)

Umfangreiche, teure Anpassungen des Strassenbereichs erforderlich

 

 

Durch eigenes Trasse unabhängig von Staus und Witterungsverhältnissen, Anschluss

Einhaltung des Fahrplans schwierig durch Staus, Witterungsverhältnisse, Schnee, Winter

Sicherung der Erschliessung der Region durch zwei verschiedene unabhängige Verkehrsträger, Bahn und Strasse

Nur Strasse als Verkehrsträger, Verkehrsstau speziell im Herbst

 

Beförderungskapazität in Bahn hoch und anpassungsfähig

Anzahl Busse muss hoch eingesetzt werden, da Fassungsvermögen beschränkt

Komfortables, gutes Raum- und Fahrgefühl, genügend Platz und Stauraum für Gepäck, Fahrräder, Kinderwagen

Platzverhältnisse wie Beinfreiheit, Ablegefläche beschränkt. Durch Verkehr bedingt unruhige Fahrt.

Vollständige Erschliessung der Region, ohne Umsteigen in Teufen durch Beibehaltung des zukunftgerichteten Verkehrsträgers Bahn

Fahrt nur bis Teufen, für Erschliessung Bühler, Gais, Appenzell, Weissbad und Urnäsch muss auf die Bahn umgestiegen werden. Die Interessen der hinterliegenden Gebiete werden nicht berücksichtigt und vernachlässigt.

Erhalt der Eigenständigkeit Appenzeller Bahnen

 

Aufgabe der Eigenständigkeit, da Busbetrieb im Anschluss an St. Gallen

 Fazit: Bus kann nicht als zukunftsgerichtete Lösung angesehen werden. Die bestehende Erschliessung der Region durch die Bahn ist zu belassen, da es bereits eine fortschrittliche Lösung ist. Helga Schiess

Im Winter...

Im Weenter isch es e schös luege, wie die met Baa-Benötzer voll bsezte Zöög ond erscht no fascht ooni Verspöötig dör recht ordli vill Neuschnee off em Trassee chönd dörepfyle. Zomm d Stross för de Vercheer guet befaarbar zmache, mos de Pfadschlette samt Salzstreuer ab em föfi oder halbi sechsi meischtens drü mol di gliich Strecki faare.

Wenn d Autofaarer met erne Rädli-Ondersätz of de Stross omme nand rotschid ond de quereweg hange blybid, werds z Tüüfe komisch ruuig. – Aber de Zoog (i säge nüd Zögli, da hed de Baawärter Freitag scho nüd wölä gkhöre!) kümmeret daa erscht, wenns of sine Schene stönd. Wies amigs de Büss god, chamer i de Stadt onne metöbercho.

Öbrigens wärs guet, wenn me of de alt Kantonsingenieur Emil Lanker wör lose. Er isch kenn senile Chlaus ond sini Menig isch wool öberläät. N. Frehner

Kein Viertelstundentakt
Meine Überzeugung geht dahin, dass

 

  • ein Strassentunnel vom Watt bis Autobahn sinnvoll und zweckmässig wäre,
  • die Bahn in etwa so wie sie heute ist beibehalten werden sollte,
  • dass sich Aufwand und Ertrag für die geplante Durchmesserlinie nicht rechtfertigen lassen und
  • ein Viertelstundentakt der Bahn keinem ernsthaften Bedürfnis entspricht.

Samuel Hunziker

Heute sind zukunftsgerichtete und nachhaltige Lösungen gefragt!

Als langjähriger Teufner, Anwohner der AB-Bahnlinie und regelmässiger Benützer des öffentlichen Verkehrs (ÖV) möchte ich ganz klar eine Lanze brechen für eine moderne Bahnverbindung von St.Gallen ins Appenzellerland.

Die AB planen derzeit einen Meilenstein in ihrer Geschichte: Vom „Bähnli“ zu einer modernen Vorortsbahn mit leichterem, günstigerem und zeitgemässem Rollmaterial, einem Viertelstundentakt und einer direkten Erschliessung des Stadtzentrums (z.B. Marktplatz). Dieses Projekt beinhaltet als grössten Brocken den Ruckhalde-Tunnel von der Oberstrasse bis ins Riethüsli. Auf entsprechende Beiträge aus dem Agglomerationsprogramm des Bundes darf mit Recht gehofft werden. Derartige Eingriffe generieren zwangsläufig immer auch Unzufriedenheiten, wie z.B. beim Tunnelportal Riethüsli. Das ist aber auch bei jedem Strassenbau der Fall ñ meistens in weit gravierenderem Masse. Gerade die Chance, dass die „neue Bahn“ dank verbesserter Frequenzen dieses Quartier vom heute erheblichen Strassenverkehr entlasten könnte, scheint hierbei komplett ausgeblendet zu werden.

Auch wenn dieses Projekt nichts damit zu tun hat, ist es nachvollziehbar, dass die Linienführung der Bahn durch den Dorfkern in Teufen einmal mehr zur Sprache kommt. Hier wird der Bahn aber mit teilweise gesuchten Argumenten der schwarze Peter zugespielt: Sie soll das Dorfbild verschandeln, für Elektrosmog und gefährliche Rillengeleise verantwortlich sein und sogar den Dorfplatz soll man in Teufen nur wegen der Bahn nicht neu gestalten können. Gleichzeitig nimmt man aber den in den vergangen Jahren massiv gewachsenen motorisierten Individualverkehr (MIV) im Dorf ohne weiteres in Kauf.

Mit solchen Scheingefechten hat man hier bereits einmal Bundesbeiträge zu einer guten Lösung (Tunnellierung der Bahn im Dorfbereich) verpasst.

Moderne Agglomerations-Verkehrskonzepte müssen vor allem zu gleich langen Spiessen der Verkehrsträger führen. Während der MIV gewichtige Vorteile für den Einzelnen aufweist, sind dafür weit grössere Nachteile für die Allgemeinheit in Kauf zu nehmen: Platzbedarf (Strassen, Parkplätze), Umwelt (Oelförderung, Klimaproblematik, Schadstoffe, Ozon), Lärm, Verkehrsunfälle, schlechter Wirkungsgrad etc.

Mit etwas Weitsicht l‰sst dies nur einen Schluss zu: Sämtliche zukunftsweisenden Lösungen, speziell im Agglomerationsverkehr, werden sich mit der Eindämmung des hemmungslos wachsenden MIV befassen müssen. Am einfachsten und schnellsten wäre das freilich mittels Lenkungsabgaben oder zusätzlichen Steuern zu erreichen. Die „freundliche“ und auch sozialere Alternative ist die Modernisierung und die Attraktivitätssteigerung des ÖV. Und da sprechen gewichtige Argumente für eine Lösung mit der Bahn:

 

  • Pünktlicher dank Unabhängigkeit vom Strassenverkehrsaufkommen
  •  Deutlich höhere Beförderungskapazität als beim Busbetrieb
  •  Wesentliche Komfortvorteile für den Fahrgast: Laufruhe, weniger Zwischenhalte, weniger Stop-and-Go im Verkehr
  •  Schienenbonus: Erfahrungen haben gezeigt, dass rund ein Drittel weniger Fahrgäste das Angebot benützen, wenn auf Bus umgestellt wird
  •  Irreversible Bahnstilllegung: Werden Bahnstrecken geschlossen, erfolgt eine Reanimierung praktisch kaum mehr, selbst wenn deren Betrieb aufgrund geänderter Verkehrsverhältnisse wieder Sinn machen würde
  •  Standortförderung: Gute Konzepte im Vorortsverkehr machen Wohnlagen und Touristendestinationen eindeutig attraktiver.

 

Interessanterweise kann festgestellt werden, dass man sich andernorts sehr bewusst für moderne Lösungen auf der Schiene entschieden hat:

  • Glattalbahn (Zürich Nord): Umstellung vorheriger Buslinien auf Tram mit sehr grossem Erfolg; rund 50% mehr Fahrgäste auf den Strecken
  •  Neue Linie M1 in Lausanne (Metro)
  •  Genf / Basel: Diverse neue Tramlinien und Projekte in die Agglomeration
  •  Die Erneuerung der Vinschgaubahn Mals-Meran hat im Südtirol sogar zu einer eigentlichen Renaissance im ÖV geführt.

Dass unter solchen Vorzeichen in einen Autotunnel investiert werden soll und man dafür noch Gelder vom Bund (oder gar von St.Gallen, die lieben uns „Schmarotzer“ ohnehin nicht ...) erwartet, ist realitätsfremd und grenzt an Zynismus.

Es stimmt, dass in der Schweiz ein hervorragender Service beim ÖV geboten wird - und zwar zu sehr moderaten Preisen. Wie wäre es nun, wenn diese feudalen Verhältnisse nicht zu einem ständigen Lamento betreffend Subventionen führen würden - und man stattdessen dieses fantastische Angebot einfach möglichst häufig nutzen und so davon profitieren würde? Und wenn ein Anbieter wie die AB sogar noch (echte) Visionen hat, um seine Dienstleistung weiter zu verbessern, ist es speziell vor dem Hintergrund heutiger Verkehrsprobleme und einer beängstigenden Umweltproblematik geradezu arrogant, diese Anstrengungen zu unterminieren, anstatt sie konstruktiv zu unterstützen.

Wenn unsere Haltung heute nicht durch Weitblick, Nachhaltigkeit und der Sorge um die Lebensqualität unserer Kinder bestimmt wird, stehen wir am Ende vor einem Scherbenhaufen, in welchem sich Befürworter und Gegner neutralisieren: Wenn nämlich das Strassenprojekt wegen der Kosten und das Bahnprojekt wegen ungenügender Unterstützung beerdigt wird ñ und das wäre ausserordentlich schade!

Christian Rechsteiner

 

Lesermeinungen Pro Bus

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Sicherheit
Ich warte auf Busbetrieb seit dem schweren Unfall zwischen Bahn und Drogerie Wetzel! Toni Lüttin

 Wirtschaftlichkeit
Aufwand und Ertrag und Wirtschaftlichkeit sprechen für einen Elektro- oder Gasbus. Unter anderem wären die Unterhaltskosten tiefer, die Unfallgefahr kleiner und die Flexibilität grösser. Gregor Spiegelberg

Teufen – St. Gallen mit Bus
Meine Idee: Die Appenzeller Bahn sollte von Herisau via Appenzell nach Gais (und Altstätten) verkehren. Der Bus sollte von Appenzell via Teufen und St. Gallen verkehren. Die Zubringerstrasse in der Lustmühle könnte direkt mit der Umfahrungsstrasse verbunden werden. Heinz Sonderegger

Zeit erkennen
Tradition und Nostalgie zu pflegen ist gut. Man muss aber auch die Zeit erkennen für Veränderungen!

Durchmesserlinie ist unfertig und unfachlich
Den Appenzeller Bahnen fehlt jede Vision, wie der Öffentliche Verkehr in der Zukunft im Appenzellerland aussehen wird. Während allen Orientierungen wurden keine Zielsetzungen formuliert, was man eigentlich mit den verschiedenen Planungen erreichen will. Die Durchmesserlinie ist weder für Stimmbürger noch für Bahnbenützer ein verständliches Projekt. Der verschiedentlich geäusserte Verdacht, man wolle „ums Verrecken“ beim Bund ein Projekt vertreten, um an Bundesmittel zu kommen, wird immer deutlicher. Es besteht weder beim Kanton noch bei der Bahn eine Projektorganisation, welche diesen Namen verdient. Was bis heute als „Projekt“ gezeigt wurde, ist zufällig, unfertig, unfachlich. Nostalgie für die Appenzellerbahnen genügt nicht, um unverständliche Projekte auf undemokratische Weise durchzusetzen. Das Appenzellerland ist von seine Geologie her für eine Bahn ungeeignet, wenn die Tunnellösung aus Kostengründen nicht diskutiert werden dürfen. Es ist notwendig, die Vorbereitungen für den Wechsel von Bahn zu Bus in den nächsten 10 bis 20 Jahren vorzubereiten und die kurzfristigen Investitionen für die Zukunft zu reduzieren. Erwin

Logisch denken
Ich möchte, dass die Bahn durch Bus ersetzt wird und das seit ich in Teufen logisch und wirtschaftlich denken kann. 

JHS


Veloweg

Ich möchte, dass die Bahn durch Bus ersetzt wird und dem Trassee ein Veloweg gebaut wird. 

Roland Griesshaber


Die Einwohner sind gefragt

Durchmesserlinie, Eliminierung Zahnradstrecke mit neuer Tunnellösung im Riethüsli und erst noch eine sogenannte Doppelspur durch das Dorf Teufen, ist das wirklich die Lösung?

 

 

 

Nach meiner Ansicht und meinen Ueberlegungen sind Lösungen, welche Zeit und viel Geld kosten nicht immer die besten.  Es liegt doch so nah. Was gibt es einfacheres, als die Buslinie vom Bahnhof St.Gallen - Riethüsli bis zum Bahnhof Teufen zu verlängern. Während den notwendigen Zeiten wäre ein Viertelstundentakt ohne weiteres möglich. Man könnte neue Haltestellen schaffen und auch Direktbusse ohne Halt bis Teufen einführen.  Diese Lösung wäre ohne grosse Verzögerung und in einem kostenmässig vernünftigen Rahmen möglich.

Durch das Eliminieren der Bahnstrecke könnten beidseitige Rad- Gehwege geschaffen werden und im Bauzonenbereich durch das Dorf Teufen wären die bergseitigen Uebergänge ohne teure Bahnsicherungsanlagen möglich. Auch die Bahnhofkreuzung wäre ohne Geleise verkehrstechnisch kein Problem mehr und organisatorisch gut lösbar.  Einer Weiterführung des Busbetriebes bis Appenzell steht auch nichts im Wege. Ob dies sinnvoll ist bleibe dahingestellt.  Ob eine Durchmesserlinie von Appenzell- Gais- Teufen- St.Gallen- Speicher- Trogen gefragt ist bezweifle ich. Nach meiner Ansicht kann darauf verzichtet werden.
Eine Tunnellösung vom Watt in Richtung Autobahnanschluss, wie sie Matthias Schreier vorschlägt, ist sicher prüfenswert. Dies könnte losgelöst von unserem Bahn/Busproblem weiter verfolgt werden. Bis zur Realisation würden aus Erfahrung Jahre vergehen (Projektierung, Auflageverfahren verbunden mit Einsprachenerledigungen, Sicherstellung der Kostenbeteiligungen von Gemeinde, Kanton und Bund, sowie die Bauzeit etc.) Es wäre ein Zukunftsprojekt welche uns die brisant anstehenden Probleme nicht zeitnah löst.

Ich hoffe, dass mein Vorschlag auf Zustimmung stösst und als prüfenswert weiter ernsthaft verfolgt wird.

Ich bin überzeugt, dass viele Einwohner sich freuen würden, wenn wir umgehend zu einem gut funktionierenden und zufrieden stellenden Verkehrskonzept gelangen.
Hansruedi Hörler

Riethüsli – Tunnel: Strasse oder Bahn?
In der Gemeindezeitung von Teufen (Tüüfner Poscht) wird nach der Meinung der Bevölkerung gefragt zur Frage Bahn oder Bus. Gleichzeitig wird eine Projektidee des Teufener Mathias Schreier bezüglich eines Strassentunnels präsentiert, von Watt/Riethüsli direkt an den Autobahnanschluss und mit Seitenast in den Bereich Güterbahnhof.

Bravo, Mathias, eine hervorragende Idee, ein Projekt, das sehr viele gute Seiten hat. Der Kommentar, es sei „politisch nicht machbar“ scheint mir eigentlich nicht haltbar und basiert auf einer Richtlinie des privatverkehrfeindlichen Dept Leuenberger aus dem Jahr 1997, welches, realitätsfremd und extrem teuer, die Bahn unterstützt.

Ich hoffe, dass das Projekt mit einer offiziellen Studie geprüft wird und auch die Gemeinden dahinter stehen:

  • der Privatverkehr nimmt sehr stark zu. Jeden Abend ist der Bereich der unteren Teufener Strasse, St.Leonhardbrücke, Geltenwilerstrasse hoffnungslos verstopft. Die meisten Autofahrer kommen aus dem Kanton AR und AI und wollen auf die Autobahn.
  • Das Riethüsli ist sehr überlastet und verliert massiv an Wohnqualität. Aber nicht nur das: sehr viele Autofahrer weichen auf den „Schleichweg“ über St.Georgen aus, da wir immer noch (seit Jahrzehnten) keine schnelle Süd-Ost-Passage in St.Gallen haben. Der direkte Tunnel-Zugang zur Autobahn in Kreuzbleiche würde sehr viel Verkehr, auch in den Nordosten der Stadt von den Schleichwegen wegholen. Das Projekt sollte also auch im intensiven Interesse von St.Georgen sein.
  • Der ganze Kanton AR und IR würde massiv profitieren, auch noch dann, wenn der Herisau-Zubringer erstellt sein wird. Insbesondere Teufen, Bühler, Gais würden als Arbeitsplätze gewinnen. Heute ist es nämlich so, dass St.Galler Arbeitnehmer am Feierabend in ihrer Heimfahrt massiv behindert sind.
  • Der Tunnel könnte die Möglichkeit bieten, im Bereiche Riethüsli ein gutes „Park-and Ride“-Angebot zu bilden für Leute, welche in die Stadt wollen und ab Riethüsli den Bus nehmen würden: schneller und billiger als Parkieren in St.Gallen!
  • Tunnels haben sich in vielen Städten sehr bewährt und entlasten die Innenstädte: z.B. Zürich, Baden-Baden, Frauenfeld, auch St.Gallen A1, Barcelona, u.v.a..   

Bahn oder Bus:

ein anderes Kapital, das aber jetzt gleichzeitig aufkommt, da eben ein Ruckhalde-Bahntunnel geplant wird. Dieser führt die Bahnidee meiner Ansicht nach zu weit und es ist verständlich, dass die Bevölkerung wieder einmal grundsätzlich die Bahnlinie St.Gallen-Teufen-Appenzell hinterfragt.

  • die Einsparungen an Defizitbeiträgen, die die Bahn jedes Jahr verschlingt, würden den Strassen-Tunnel in weniger als 10 Jahren „bezahlen“.  
  • Die Energiebilanz des Tunnels und Wechsel zum Busbetrieb wäre mit Sicherheit positiv und Busse werden massiv umweltfreundlicher (die arme Stadt New Delhi z.B. hat total alle Busse auf Gasbetreib umgestellt und dadurch massiv Kosten gespart und die Stadt stinkt auch im Zentrum nicht mehr)  
  • Die Bahn ist sehr gefährlich und führt ständig zu schweren Unfällen 
  • Die durch die Gefährlichkeit der Bahn nötigen Schutzvorrichtungen und Restriktionen macht Liegenschaften hinter dem Bahngeleise in Teufen nur noch mit unverhältnismässigem Aufwand bebaubar und für neue Objekte teils fast nicht mehr verwendbar.  
  • Der Busbetrieb ist schneller, ungefährlicher, bequemer, und da er billiger ist, könnte er auch in der Frequenz gesteigert werden: eine wahre Anbindung von Teufen, Bühler, Gais an die Stadt.  
  • Die Gestaltung der Dorfkerne könnte viel schöner erfolgen.

Und zu guter Letzt: sollte an der Bahn festgehalten werden, so könnte man doch wenigstens den Bahntunnel mit dem viel notwendigeren Strassentunnel kombinieren.
Thomas Rau

Lesermeinungen: Monorailbahn statt Bahn oder Bus?

Ich möchte als langfristige Lösung anstelle der jetzigen Bahn eine Hochbahn zur Diskussion stellen, wie sie zur Zeit zum Beispiel in Sydney in Betrieb ist. (Absolut geräuschlos und 100 % unfallfrei sowie touristisch ein Highlight für das Appenzellerland.)  Parallel zu dieser Lösung betrachte ich die vorgeschlagene Tunnelvariante für den Autoverkehr als durchaus tauglich. Allerdings müsste dann der Tunnel als Entlastungsstrasse bis zur Lustmühle weitergeführt werden und der Kreisel nicht im Jonenwatt, sondern an der jetzigen Haltestelle Lustmühle erstellt werden. Die beiden vorgeschlagenen Lösungen „Bahn oder Bus“ sind weder Fisch noch Vogel und tragen zur Lösung der Verkehrsprobleme für zukünftige Generationen nichts bei.

Alexander Brunner

 

Es wäre zu prüfen, ob der Verkehr der Appenzellerbahnen zukunftsträchtig und vorteilhafter mit einer elektrischen Monorailbahn zu lösen wäre. Solche Systeme stehen weltweit schon in Betrieb und müssen nicht neu erfunden werden. Eine solche Neuheit wäre für den Tourismus erspriesslich und auch sonstige Betriebe könnten langfristig Nutzen ziehen.

Paul Studach-Hofstetter

 

Grundsätzliche Frage: ÖV-Verkehr

a) Will man die heute verfügbare erneuerbare Energie nutzen – dann unter Einbezug des Ruckhaldetunnels Bahn/Tram oder Trolleybus, der aber im Stossverkehr beschränktes Platzangebot hat.

b) Wenn nicht erneuerbare Energie, dann ÖV-Verbund-Busbetrieb mit Queverbindungen z.B. Teufen – Speicher, Trogen – Bühler inkl. Aufhebung bzw. Umstellung der Trogener Bahn auf Bus-Betrieb.

ÖV-Verkehr Teufen mit Dorfplatzgestaltung

a) Bahn-Streckensanierung in Teufen durch einen Tunnel ab Stofel mit tiefer gelegten Bahngleisen unter der Speicherstrasse (Tunnelausgang) zum heutigen Bahnhof und Ausfahrt nach passieren der oben liegenden Erschliessungsstrasse fürs Wäbi-Areal in der Ebni. Im Bahnhofbereich nach oben offene Gleisanlage evtl. mit Glasdach (Winter) . Eine radikale Lösung, die aber zielgerichtet die Verkehrsprobleme in der Kernzone inkl. Wäbi-Areal für die nächsten 50 Jahren lösen würde – zudem auch umwelverträglich!

b) Gestaltung des flächenmässig kleinen, durch Eliminieren der Gleisanlage jedoch vergrösserten Dorfplatzes könnte durch zwei Ebenen gestaltet werden. Obere Ebene vor Schulhaus / Gemeindehaus mit Gehweg und Gründstreifen (Möglichkeit für ein natürliches Podium bei  Veranstaltungen)

Untere Ebene als 30er Zone mit offener Parkgalerie unter der oberen Ebene. Durch Eliminieren der Parkplätze vor der Kirche und dem Brunnen würde ein grösserer Gestaltungsspielraum auf dem Dorfplatz entstehen. Verkehrsberuhigende Massnahmen durch den Dorfplatz würden zudem zu einer geringeren Verkehrsbelastung führen.

Siegfried Frei-Huber

Umfrage zeigt Wunsch nach Dorf ohne Bahn

59 Prozent der Umfrageteilnehmenden wollen die Bahn abschaffen.

Die zweitgrösste Gemeinde im Kanton hat genug von gefährlichen Situationen an Bahnübergängen, lange Fahrzeiten nach St. Gallen, quietschenden Schienen und hohen Betriebskosten. 904 Personen haben an der Umfrage der Tüünfer Poscht zur Frage „Bus oder Bahn?“ Farbe bekennt. 58.96 Prozent wollen auf den Bus umsteigen und sich von der Bahn verabschieden. Die Umfrage ist nicht repräsentativ. Die hohe Anzahl der Umfrageteilnehmenden zeigt allerdings, dass die Verkehrssituation in Teufen das Volk beschäftigt. Die Reaktionen von zahlreichen Leserinnen und Leser reichen von „Schildbürgerstreich“ bis hin zu einer „logischen Konsequenz“.

Kritik an Bahnbetrieb
Die Pulsmessung in der Bevölkerung zeigt, dass die Appenzeller Bahnen einen schweren Stand haben. Einige Leserinnen und Leser sprechen sich vor allem wegen gefährlichen Bahnübergängen für einen Busbetrieb aus. Ausserdem sei ein Busbetrieb wirtschaftlicher als ein Bahnbetrieb. Die Bahnbefürworter heben hingegen vor allem die grösseren Beförderungskapazitäten, den Umweltschutz und den Komfort hervor. In wiefern, wie von den Appenzeller Bahnen behauptet, der Unmut über das Doppelspur-Projekt in Teufen sich im Umfrageresultat widerspiegelt, bleibt offen.

Gespaltene Meinungen in Nachbarorten
Mit der Idee des früheren Autopartei-Nationalratskandidaten Mathias Schreier, der die Bahn abschaffen, einen Busbetrieb einführen und einen Strassentunnel von der Lustmühle an mit Direktanschlüssen an die Autobahn A1 und den Bahnhof St. Gallen will, kommt ein Plan hervor, der bereits vor 35 Jahren Thema war. Die politischen Behörden sehen allerdings nur geringe Chance für diesen Plan. (vgl. Tüüfner Poscht Nr.6/2010) Auf Unterstützung trifft der Bus in der umliegenden Nachbarschaft: Der Quartierverein Riethüsli sammelt Unterschriften für eine Petition, die ein Strassentunnel fordert. In Bühler ist man hingegen nach Einschätzung von Marco Knechtle, Redaktor Anzeigblatt Gais und Bühler, mit dem heutigen Bahnangebot zufrieden (Kommentar unten).

Oliver Forrer

Busbahnhof

Bildquelle: Bildmontage von Ueli Schoch 

Kommentar aus Bühler: „Bahn oder Bus? Hauptsache es fährt was“

Auch wenn in Teufen gegenwärtig ausführlich der Frage nachgegangen wird, ob der Schienenbetrieb der Appenzeller Bahnen durch eine Buslinie ersetzt werden soll, findet diese Diskussion in Bühler nur auf einem Nebengeleise statt. Das Dorf beschäftigt im Moment andere Dinge.

Das Positive vorneweg
Grundsätzlich scheint man in Bühler mit dem Angebot des Öffentlichen Verkehrs zufrieden zu sein. Man schätzt den dichten Fahrplan, den Busbetrieb zu den Randzeiten und meistens auch den Service. Die gute Anbindung an St. Gallen und Appenzell und auch die einigermassen zügigen Verbindungen werden besonders von den regelmässigen Bahnbenützern hervorgehoben.

Einfachere Streckenführung
Welche Verkehrsmittel künftig im Bereich des Öffentlichen Verkehrs eingesetzt werden sollen, ist eine Frage, die Bühler (noch) nicht allzu sehr unter den Nägeln brennt. Das kann auch damit zu tun haben, dass die Linienführung der Appenzeller Bahnen durch Bühler weniger heikel ist als durch Teufen und sich die Probleme zwischen Strasse und Schiene nicht derart offenkundig stellen.

Kostenfrage
Natürlich werden auch schnell die Kosten zum Thema, wenn es um Bahn oder Bus geht. Nicht anders in Bühler. Allgemein ist man der Ansicht, dass eine Busverbindung günstiger zu betreiben wäre. Mit etwas Wehmut schaut man hier auf die vielen Steuergelder, die jährlich in den Betrieb und Unterhalt der Appenzeller Bahnen fliessen. Allerdings zeigt man sich auch überzeugt, dass, – wenn es die Linienführung erlaubt – mit geeigneten Massnahmen auch bei der Bahn Kosten eingespart werden könnten.

Marco Knechtle, Redaktor Anzeigeblatt Gais und Bühler 

Kommentar aus Riethüsli: „Umfassende Lösung gefragt“

Im Riethüsli ist man sehr erfreut über das Resultat der Umfrage in Teufen. Mit diesem Ergebnis wird klar, dass die Verkehrsplanung nicht der Bahn allein überlassen werden darf. Es zeigt sich, dass die Durchmesserlinie nicht eben der Weisheit letzter Schluss ist, sondern der Versuch, das Einzelinteresse der Bahn ohne Rücksicht auf die Allgemeinheit durchzusetzen.

Die Bahninfrastruktur ist total am Ende und soll ganz ausgewechselt und ersetzt werden. Weshalb aber ausgerechnet durch ein viel zu teures Tram, das die Gemeinden spaltet? Der öffentliche Verkehr ist eine wichtige Sache, der aber nur einen kleinen Teil des Gesamtverkehrs ausmacht. Die  85 %  Autolenker erfahren, dass die Teufenerstrasse immer mehr zum Verkehrsproblem wird und in naher Zukunft nicht mehr in der Lage ist, das Privatverkehrsaufkommen aus dem Appenzellerland ohne Rückstau abzuleiten.     

Jetzt ist die Gelegenheit, die Verkehrsplanung umfassend anzugehen und eine Lösung zu finden, der auch das Riethüsli zustimmen wird. Ein Verharren auf der vorgeschlagenen Lösung der Bahn würde bedeuten, alles zu blockieren und gar nicht vorwärtszukommen, da alleine durch die rekordverdächtige Anzahl Einsprachen aus unserem Quartier der Zeitrahmen  der Bundessubvention ungenutzt abläuft.   

Mit Scheuklappen freie Fahrt nur für das Tram zu fordern, bedeutet die Verhinderung einer Gesamtverkehrslösung Appenzell/St. Gallen.  

Thomas Schmid, Redaktor Riethüsli-Magazin fürs Nest 

Mathias Schreier: "Umfrageergebnisse müssen ernst genommen werden"

Der Teufner Mathias Schreier hat den Stein für einen Strassentunnel mit Busbetrieb statt Bahn ins Rollen gebracht.

 

904 Personen haben an der Umfrage teilgenommen. 58.96 % wollen auf den Bus umsteigen und sich von der Bahn verabschieden. Überrascht Sie das wuchtige Resultat?

Die Umfrageergebnisse überraschen mich gar nicht. Bis heute ist immer von "oben herab" entschieden worden. Das Volk wurde gar nie gefragt und musste alle Entscheidungen hinnehmen.

 

Ein Leser meint, dass es sich bei der Diskussion „Bahn oder Bus“ nur um eine Forderung der Autopartei handelt, um schneller auf die Autobahn zu gelangen. Vollkommen unrecht hat er nicht, oder?

Mein Anliegen ist ein Verkehrskonzept, das allen Verkehrsteilnehmern den grössten Nutzen bietet. Ein Ruckhaldetunnel würde nur ca. 15 % aller Verkehrsteilnehmern einen kleinen Nutzen bringen. Dies wäre meines Erachtens eine grosse und auch unverantwortliche Verschleuderung von Steuergeldern und hat mit Parteipolitik gar nichts zu tun. Es ist ganz einfach gesunder Menschenverstand, Vor- und Nachteile gegeneinander abzuwägen um die beste Lösung für alle zu realisieren.

 

Sie sind Mitglied im Beirat. Was erwarten Sie nun aufgrund dieses Umfrageergebnisses von Kanton, Gemeinde und Appenzeller Bahnen?

Die Umfrageergebnisse müssen von Kanton, Gemeinden und Appenzeller Bahnen ernst genommen werden. Alle Verantwortlichen müssen endlich den Realitäten Rechnung tragen und danach handeln. Für die Appenzeller Bahnen heisst dies ein absoluter Bau- und Beschaffungsstopp. Alles andere ist unverantwortbar. Wir sind das Volk.

Interview Oliver Forrer

AB zweifeln die Aussagekraft der Umfrage an

Appenzeller Bahnen zweifeln Aussagekraft der Umfrage an

Die Direktion der Appenzeller Bahnen nimmt in einem Brief Stellung zur Umfrage.

 

Die Appenzeller Bahnen AG (AB) haben die Umfrageergebnisse zur Grundsatzfrage Bahn oder Bus mit Interesse zur Kenntnis genommen. Von der Ausgangslage, den im Zusammenhang mit der Strassentunnel-Initiative publizierten Zahlen und dem aktuellen Umfeld her bestehen bei ihr jedoch erhebliche Zweifel bezüglich der Aussagekraft des Resultats für die ganze Bahnlinie St.Gallen–Appenzell. Zudem dürften die Diskussionen über die AB-Doppelspur im Dorf Teufen das Umfrageergebnis stark geprägt haben.  

Ein Beirat, in dem alle Interessen vertreten sind, ist gegenwärtig dabei, alle möglichen Lösungen für eine Entspannung der Verkehrsprobleme im Dorf Teufen zu evaluieren. Wir zählen darauf, dass unter Mitarbeit der Teufner Bevölkerung Lösungen gefunden werden, welche für die Beteiligten und Betroffenen positiv, mindestens aber akzeptabel sein werden. Die AB bedauern, dass mit der Umfrage nicht bis zum Vorliegen der Ergebnisse dieser Arbeit zugewartet worden ist. 

Die AB begrüssen im Grundsatz die öffentliche Diskussion über die Politik des öffentlichen Verkehrs und dessen Weiterentwicklung. Das Thema Bahn oder Bus ist bei den AB nicht neu. Alle Überlegungen und Gutachten auf vergleichbaren Strecken (zum Beispiel Frauenfeld-Wil im Auftrag des Kantons Thurgau) haben bisher ergeben, dass bei gesamtheitlicher Würdigung von Faktoren wie Angebotsqualität, Betriebswirtschaftlichkeit, Gesamtwirtschaftlichkeit, Umwelt, Sicherheit und Transportqualität die Bahn besser abschneidet als der Bus. Für die Beurteilung der Grundsatzfrage Bahn oder Bus zwischen St.Gallen und Appenzell sind in erster Linie aber der Bund und die drei Kantone St.Gallen, Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden zuständig.  

Bus ist nicht zwingend kostengünstiger

Von den Passagierzahlen her müssten zwischen Teufen und St.Gallen in den Spitzenzeiten schon heute mindestens drei Busse gleichzeitig hintereinander verkehren oder der Fahrplan verdichtet werden. Mit der erwarteten Verkehrszunahme des öffentlichen Verkehrs von 25-50 % bis 2030 wären dann sogar vier bis fünf Busse oder eine weitere Fahrplanverdichtung nötig, um die Nachfrage abzudecken. Dies würde auch den Verkehrsfluss auf der Strasse massiv beeinträchtigen.   

Weiter  führt der Initiant des Strassentunnels in der Tüüfner Poscht Nr. 6/2010 aus, dass der Betrieb der Bahnlinie St.Gallen–Appenzell jährlich 24.5 Mio. Franken wegfresse. Fakt ist, dass die jährlichen Abgeltungen für diese Linie 7.2 Mio. Franken ausmachen und der Anteil von Appenzell Ausserrhoden daran 1.3 Millionen (24.5 Mio. betreffen das ganze Netz der AB) beträgt. Auf Grund von Erfahrungen mit anderen Linien würde das Defizit durch die Einführung eines Busbetriebs um 0 bis max. 20 % reduziert werden können.  

Strassentunnel Lustmühle – Stadtautobahn

Es ist nicht Sache der AB, die Realisierungschancen einer solchen Idee zu beurteilen. Immerhin steht aber fest, dass der Stadtrat von St.Gallen einen solchen Tunnel im Jahr 2004 auf eine Interpellation von Hannes Kundert im Grossen Gemeinderat hin abgelehnt hat. Zudem haben eigene Recherchen ergeben, dass die Realisierung der vorgeschlagenen Idee nicht 120, sondern je nach Geologie 250-400 Mio. Franken kosten und eine Beteiligung des Bundes mangels Rechtsgrundlage nicht möglich sein wird.  

Falls ein Riethüsli-Strassentunnel nicht realisiert wird, würde das Nadelöhr Riethüsli in den Spitzenzeiten bei Bussen regelmässig zu Fahrzeitverlängerungen ohne garantierten Anschluss am Bahnhof St. Gallen führen. Daher ist das Umsteigen von der Schiene auf die Strasse  aus Optik der Appenzeller Bahnen keine valable Option.

Herisau, 13. August 2010

Direktion der Appenzeller Bahnen

 

Umfrage: Was ist Ihre Meinung zur Strassentunnel-Idee?

Die Diskussion um eine Strassentunnel-Idee von der Lustmühle in die Stadt St. Gallen macht die Frage wieder aktuell, ob wir Teufnerinnen und Teufner an den Appenzeller Bahnen festhalten oder auf den Bus umsteigen wollen (vgl. Beiträge unten).

Die «Tüüfner Poscht» will eine breite Diskussion zu dieser Frage anregen und startet eine Umfrage. Wollen Sie an der Bahn festhalten (unabhängig von der Realisierung einer Doppelspur im Dorf) oder möchten Sie, dass die Bahn durch einen Busbetrieb ersetzt wird? Stimmen Sie hier ab.

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Erste Reaktionen von Behörden und Betroffenen zum "Dorf ohne Bahn"

Kann die Strassentunnel-Idee von Mathias Schreier (vgl. Beitrag unten) die Verkehrsprobleme im Dorf lösen? – Eine Umfrage soll Aufschluss geben.

Teufen ohne Bahn?  Das Dorf nicht mehr zweigeteilt? Der Traum vieler Teufnerinnen und Teufner ginge in Erfüllung.  Ein neuer Dorfplatz könnte gestaltet und begrünt werden. Das Trassee der Appenzeller Bahnen würde zum Fussgänger- und Veloweg. Auch der Strassentunnel-«Erfinder» Mathias Schreier hat diese Vision. Vision? Das innere Bild einer meist zukunftsbezogenen Vorstellung (Wikipedia) scheint nicht die Sache von Politikern und Bahnlobby zu sein. Schreiers Idee vom Umsteigen von der Bahn auf den Bus wird von amtlicher Seite wenig ernst genommen.

Gemeindepräsident Walter Grob findet die Bahntunnel-Idee zwar gut zur Entlastung des Verkehrs vom Riethüsli bis zur Kreuzbleiche und würde einen direkten Anschluss an die Autobahn begrüssen. Der Strassentunnel dürfte jedoch nicht mit dem Bahnprojekt (Durchmesserlinie) verknüpft werden. Man müsse die Arbeit des Beirats abwarten. Landammann Jakob Brunnschweiler befürchtet, dass der Strassentunnel in Bern wohl keine Chance hätte. Bund und Kantone hätten sich 1997 für eine Bahnlösung entschieden.

Unterschiedliche Reaktionen sind ennet der Kantonsgrenze auszumachen: Hannes Kundert, Präsident des Quartiervereins Riethüsli, spricht von einer «perfekten Lösung». Der St. Galler Stadtrat Fredy Brunner setzt auf die Bahn. Für die Realisisierung eines Strassentunnels sieht er keine finanziellen Möglichkeiten. Für Jörg Schoch, VR-Präsident der Appenzeller Bahnen (AB), ist ein Strassentunnel-Projekt Teil der Regelung des Individualverkehrs in der Stadt St. Gallen und hat keinen direkten Einfluss auf die AB.

Zur Bahn steht ebenfalls der Teufner Pensionär Johannes Enz, seit 60 Jahren ein fleissiger ÖV-Benutzer. Ein Strassentunnel würde wohl die prekäre Verkehrssituation im Riethüsli und in der Stadt St. Gallen verbessern, nicht aber die moderne Mittelland-Bahn  ersetzen. Ein regelmässiger Benutzer der Bahn ist auch der Teufner Kurt Bischof, Geschäftsführer der Stiftung Altersbetreuung Herisau. Seiner Ansicht nach ist die Bahn nicht mehr das Verkehrsmittel der Zukunft. Bischof findet den Bus attraktiver, flexibler, schneller und billiger. GL